Der Karmelenberg

Von weitem erkennbar und unverwechselbar ist der Gipfel des Karmelenberges durch seine markante, etwas asymmetrische Form. Er überragt, am Rande des Maifelds gelegen, die Landschaft des Neuwieder Beckens und bildet mit 372 m den höchsten Punkt der Verbandsgemeinde Weißenthurm.

Vor dem Bau der Marienkapelle hatte der Karmelenberg verschiedene Namen. Mal nannte man ihn Schweinsberg, weil er auch zur Schweine-Eichelmast genutzt wurde und in Aufzeichnungen aus dem Jahre 1719 findet man die Bezeichnung „Hexenberg“. Es ist nicht überliefert, wie es zu diesem Namen kam.

Wie kam der Berg zu seinem jetzigen Namen, den er seit über 350 Jahren trägt? Im Norden Israels befindet sich die Stadt Haifa inmitten des Karmelgebirges. Bereits zu biblischen Zeiten vor vielen Jahrtausenden wurde der Begriff Karmel (übersetzt = Baumgarten oder fruchtbarer Garten) als Synonym für von Gott kommende Schönheit und Lebensfülle verwendet. Hier entstand Mitte des 12. Jhd. der „Orden der Brüder der allerseligsten Jungfrau Maria vom Berge Karmel“.
Als die Erbauer der Marienkapelle in Bassenheim sich dazu entschlossen, statt eines bescheidenen Heiligenhäuschens eine großzügige Kapelle zu errichten, sah ein hinzugezogener Baumeister einige Übereinstimmungen zwischen dem damals noch so benannten Schweinsberg und dem Berge Karmel in Israel: Besonders die Marienverehrung und die Schönheit des Berges traten hervor, aber wäre der Name „Schweinsberg“ für eine prachtvolle Marienkapelle wohl auch nicht so passend gewesen.

Der stillgelegte Steinbruch, am südwestlichen Fuß des Berges, lässt besonders in der vegetationsarmen Jahreszeit die vulkanischen Tätigkeiten an den Gesteinsschichten und -formationen erkennen.

 

 

 

Der dem Karmelenberg vorgelagerte Schweinskopf ist durch den fortschreitenden Lava- und Basaltabbau als Berg kaum noch erkennbar. Archäologische Ausgrabungen erbrachten wertvolle Erkenntnisse bis zurück in die Zeit des Neandertalers. Die hauptsächliche Fundschicht gehörte in die vorletzte Eiszeit, die etwa 150.000 Jahre
zurückliegt. Außer zahlreichen Tierknochen, die vor allem von Elefanten, Nashörnern, Pferden und Hirschen stammten, wurden Steinwerkzeuge gefunden.
Viele dieser einzigartigen Funde können im Museum MONREPOS (Neuwied) besichtigt werden.

 

Abendliche Blicke am Fuße des Karmelenberges…
Um die schönsten Sonnenuntergänge zu sehen, fährt man in den hohen Norden, in den tiefen Süden oder in Äquatornähe. Muss man aber nicht.

01.03.2021

Wir bleiben am Karmelenberg in Bassenheim und erleben in den Abendstunden einmalige Naturerlebnisse. Faszinierende Farbenspiele und feuerähnliches, an einen Vulkanausbruch erinnerndes Leuchten lassen uns das Fernweh schnell vergessen und zeigen, welche überwältigenden optischen Eindrücke man in unmittelbarer Nähe genießen kann.

01.03.2021

 

 …wird fortgesetzt!